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Archive for the ‘Politik’ Category

Practical Anarchy

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Die letzten beiden Tage las ich das Buch Practical Anarchy von Stefan Molyneux, von dem ich vor ein paar Tagen schon berichtete. Im Gegensatz zu Everyday Anarchy, das ich zuvor las, gegen Ende aber nur noch überflog, ist Practical Anarchy, wie der Name vermuten lässt, praktischer und nicht so philosophisch, was mir sehr zusagte. Stefan beleuchtet einige der weit verbreitetsten Missverständnisse im Zusammenhang mit Staat und vom Staat bereitgestellten Dienstleistungen und zeigt auf, wie ein freier Markt immer eine bessere Lösung der Probleme hervorbringen würde. Dabei wird es aber nie unrealistisch, nie wird versprochen, dass alles gut wird und wir eines Tages im paradiesischen Utopia leben können.

Die Bücher gibt es in HTML, PDF, als Audiobook in MP3 und als Printausgabe. Alle bis auf die Printausgabe sind kostenlos zu beziehen.

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Written by tweev

2010-07-22 at 19:00

Kommunismus ist wie Toyota

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Neueste Untersuchungen zeigen, dass Toyota beim Prius doch nicht so viel falsch gemacht hat. Aber damit wäre die folgende Parabel (oder Analogie? Ich hätte im Deutschunterricht besser aufpassen sollen) dahin. Deshalb, zum Wohle dieses Textes bleiben wir bei der Annahme, dass die Hybridautos von Toyota keine funktionierenden Bremsen haben.

Wenn Leute sagen, dass Kommunismus zwar in der Realität schreckliche Folgen hatte, denn die Gulags, Kriege, ethnischen Säuberungen und sonstigen Verbrechen kommunistischer Diktatur kann wohl keiner Gutheißen, aber in der Theorie ist er schon toll, dann könnte ich mich jedes Mal eine Stunde lang darüber auslassen, wie dumm diese Aussage ist. Der erste und wahrscheinlich offensichtlichere ist vielleicht mit diesem Beispiel deutlich zu machen:

Also, ein Toyota Prius ist schon toll. Der spart so viel Benzin und ist so umweltschonend. Das hat sich Toyota wirklich gut ausgedacht, ich bin ein wahrer Fan. Klar, in der Realität wickelt man sich innerhalb einer Woche um einen Baum, oder fährt mit Vollgas in eine Mauer, aber in der Theorie ist ein Prius schon gut. Ich finde, jeder sollte Prius fahren, denn theoretisch, wäre das super.

Ich meine, wen interessiert es, wie gut, oder besser, nett, die Theorie hinter etwas war, wenn die Anwendung dieser Theorie dazu führt, dass Millionen Menschen sterben, entweder weil sie gegen Mauern fahren, oder in Gulags umgebracht werden. Tatsächlich spricht das nicht gerade für eine Theorie, wenn sie so wenig Übereinstimmung mit der Realität hat. Damit wäre zum Beispiel auch die Theorie, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums steht, eine tolle Theorie. Sogar eine Bessere, als Kommunismus. Wäre das nicht toll? Im Mittelpunkt des Universums zu sein. Was für eine schöne Theorie. Leider komplett nutzlos, weil es überhaupt keine Entsprechung in der Realität hat und es viel bessere Theorien gibt. Insofern ist diese Theorie sogar besser als die des Kommunismus, weil sie wenigstens nicht Menschenleben gefährdet.

Der zweite Grund: Warum, um Himmels Willen, ist Kommunismus in der Theorie gut? Was bitte ist gut daran, eine Führungselite zu haben, die alles Eigentum auf einem Territorium so groß wie Nationen, für sich beansprucht, jedem normalen Bürger sein Eigentumsrecht aberkennt und das dann „gerecht“ nennt? Echt jetzt, im Kommunismus gibt es kein Eigentum? Falsch, das Eigentum liegt beim Staat, und da der in der Realität nicht existiert, sondern durch Politiker, Polizei, Militär und sonstige Organe Ausprägung findet, haben diese Personen das ganze Eigentum für sich beansprucht. Kommunismus heißt also, dass manche Menschen totales Eigentumsrecht haben, und die meisten, gar keines. Wow, das hört sich wirklich gerecht an, not. Kommunismus ist nicht in der Theorie gut und schon gar nicht in der Praxis. Wer sich zum Kommunismus bekennt, einen Kommunistenstern an der Jacke trägt, oder ein Che Guevara T-Shirt an hat, der könnte sich in meinen Augen ebenso zum Nationalsozialismus bekennen, mit Hakenkreuzanhänger um den Hals und Hitleremblem am Rucksack. Und dass 99% der Che Guevara T-Shirt-Träger Modeopfer sind und gar nicht wissen, was sie da am Körper haben und für was das steht, macht die Sache nicht besser, sondern zieht die Betroffenen zusätzlich auch noch ins Lächerliche.

So, genug geranted für heute.

Written by tweev

2010-07-14 at 18:14

Veröffentlicht in Facepalm, Politik

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Freedomain Radio

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Ich habe schon seit einiger Zeit nichts mehr gepostet. Der Hauptgrund war wohl, dass ich verhältnismäßig viel Stress hatte und mich auch die Muse auch nicht gepackt hat. Aber jetzt ist es wiedereinmal so weit. Vor einigen Wochen entdeckte ich eine wahre Goldgrube an Content erster Klasse, nämlich Freedomain Radio. Das ist eine Website, die von einem Anarchisten aus Kanada namens Stefan Molyneux betrieben wird. Stefan hat Geschichte und Philosophie studiert, hat aber trotzdem einen gutbezahlten Beruf gefunden und philosophiert bei der Autofahrt in die Arbeit über diverse Themen, meistens eben solche, die einen Anarchisten bewegen und interessieren, manchmal auch rein philosophische.

Mir persönlich geht es beim Zuhören so, dass ich viele gute Denkanstöße bekomme, die mein bisheriges Weltbild erweitern, teilweise erkenne ich mich wieder und selten, aber doch, bin ich anderer Meinung. Besser kann es gar nicht sein.

Zusätzlich zu den Podcasts, kann man auch einige Bücher herunterladen, die Stefan schrieb. Zu den Büchern gibt es auch von ihm vorgelesene Audiobooks, falls man sie lieber so in sich aufnimmt.

Bis jetzt bin ich extrem glücklich darüber, so eine Goldgrube gefunden zu haben, aus der man sich mit vollen Händen bedienen kann.

Written by tweev

2010-07-14 at 17:31

Klare Worte

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Der Artikel ist so und so gut. Das ist man vom Autor gewohnt. Dieser Kommentar hat es aber auch in sich:
http://ef-magazin.de/2010/01/21/1804-kooperation-mit-kriminellen-staat-und-sicherheit#c24454

Written by tweev

2010-01-21 at 22:25

Veröffentlicht in Freiheit, Politik

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Audimax-Besetzung

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Gestern war ich für ein paar Stunden im besetzten Audimax der Universität Wien um mir ein Bild von der dortigen Situation zu machen. Insgesamt kam mir die Veranstaltung doch sehr zivilisiert vor. Nicht sonderlich zugemüllt, keine besoffenen Menschen. Einfach nur viele Leute die im Audimax sitzen, sich Vorträge anhören, zustimmen oder oder nicht. Einmal war ein Mann mit Gitarre auf der Bühne und hat Lieder gespielt. Wahrscheinlich um die Moral zu stärken. Zwei Fotos habe ich auch gemacht. Leider ist die Qualität bescheiden, da mein Mobiltelefon nur eine sehr schlechte Kamera hat.

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Mit T-Shirts wie diesem machte man sich bei dieser Demonstration hauptsächlich Freunde.

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Mit einer der Ikonen des Kapitalismus, nämlich Starbucks Kaffee aber seltsamerweise anscheinend nicht wirklich Feinde. Kann man denn Kapitalismus wirklich abschaffen?

Dem was ich unter Kapitalismus verstehe kann man sich meiner Meinung nach nicht entziehen. Wenn man Menschen betrachtet, so fällt einem auf, dass die meisten im Allgemeinen möglichst viel Geld/Güter/Dienstleistung durch möglichst wenig Arbeit verdienen wollen. Das ist auch ganz natürlich, wenn man bedenkt, wieso wir hier sind. Wir leben nicht im Garten Eden, sondern wie jeder Organismus kämpfen auch wir ums Überleben. Es geht darum, Ressourcen optimal zu verwerten. Und Ressourcen sind in diesem Zusammenhang alles was uns am Leben hält. Jede Kalorie (bzw. jedes Joule) die wir über Nahrung zu uns nehmen ist schon Ressource und darf nicht verschwendet werden. Aus diesem Grund schmecken uns auch süße und fettige Sachen so gut. Man hat sehr viel Brennwert für wenig Arbeit. Wenn man sich entscheiden kann, ob man viel Anstrengung auf sich nimmt, um an die wertvollen Joule zu kommen, oder wenig Anstrengung, dann sind wir evolutionär drauf geprägt das zu tun, was weniger anstrengend ist. Wenn jemand mehr Anstrengung auf sich nimmt, dann kann er auch eine höhere Ausbeute an Brennwert erwarten. Oder anders ausgedrückt, das Verhältnis A/B (Anstrengung/Brennwert) ist immer dann attraktiver, wenn es gegen 0 geht. Im Kapitalismus kann man sowohl A als auch B variieren. Je mehr ich mich anstrenge, desto mehr Brennwert erhalte ich.1 Wann man nun versucht diesen Mechanismus auszuschalten, in dem man eine der beiden Variablen fixiert, dann findet man sich entweder als Sklave wieder, oder im Sozialismus. Ein Sklave hat ein fixiertes A, und B wird so gehalten, dass der Sklave gerade nicht stirbt. Das Verhältnis von A zu B wird also gewaltsam auf einem möglichst für den Sklaven schlechten Wert gehalten. Im Sozialismus hält man B konstant, was dazu führt, dass jeder wieder seinen angeborenen Regulator anwirft und versucht, A/B möglichst gegen 0 gehen zu lassen. Leider ist aber das einzige was zu variieren ist A und somit schraubt man dieses möglichst auf 0 herab. Und keiner kann einem einen Vorwurf machen, so sind wir nun mal, wir könnten nicht einmal anders sein. Dennoch ist sowohl in der Sklaverei wie auch im Sozialismus der vorhin beschriebene Mechanismus des Kapitalismus aktiv. Es gibt somit in meinen Augen also gar nichts anderes als Kapitalismus. Es gibt nur schlechten und guten. Der schlechte ist jeder, der irgendwie reguliert wird. Wo also A oder B versucht wird festzuhalten, oder gewisse Werte nicht zu unter- oder überschreiten. Der gute ist der, der nicht reguliert wird, wo jeder Mensch A und B nach eigenem Belieben frei wählen kann2.

Der Versuch Kapitalismus abzuschaffen ist somit immer mit Gewalt verbunden, da Menschen entgegen ihrer Natur handeln müssen. Mit welcher Gewalt Kapitalismus am effektivsten zu bekämpfen ist, ist wahrscheinlich jedem klar, totalitäre Regierung. Sowohl nationale (Nazis) als auch internationale (Kommis) Sozialisten bezeichnen sich als Feinde des Kapitalismus. Jede weniger totalitäre Regierung ist aber nur eine Abschwächung ihrer totalen Form, also auch ein Feind von Kapitalismus und somit Freiheit, nur eben nicht unbedingt Todfeind, sondern nur der nervige Arbeitskollege dem in den Kaffee gespuckt wird.

1: Allerdings nur auf mich selbst bezogen. Angenommen die einzige Qualität die einen Arbeitnehmer auszeichnet sei Körperkraft, dann werde ich bei gleicher Anstrengung immer weniger Brennwert verdienen, als ein stärkerer Konkurrent. Trotzdem erhalte ich mehr, wenn ich mehr mache und weniger, wenn ich weniger mache.
2: Natürlich kann man B nicht direkt frei wählen, sondern nur indem man A variiert. Trotzdem ist es aber nicht konstant.

Written by tweev

2009-10-25 at 15:23

Veröffentlicht in Aktuell, Freiheit, Politik

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Regierung und Konzerne

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„Enjoy your government control!“ — „Enjoy your corporate control!“ So endete eine Diskussion in einem Online-Forum, welches ich häufig besuche. Es ging darum, welches das kleinere Übel sei, von einer Regierung kontrolliert zu werden, oder von übermächtigen Konzernen. Also was ist schlimmer, Big Bad Goverment (BBG) oder Big Bad Corporations (BBC)?

Das BBG schlimm ist, ist wahrscheinlich kaum der Rede wert. Schließlich ist es die Regierung, die die Bevölkerung zu etwas zwingen kann. Zum Beispiel Teile ihres Vermögens herzugeben oder für eine gewisse Zeitperioden gewisse Arbeiten verrichten zu müssen. Wer nicht nachgibt wird bestraft.

Aber wie kann ein Konzern groß und böse werden? Konzerne können einem auf die Nerven gehen, aber niemand zwingt einen mit ihnen Handel zu treiben. Wenn mir Praktiken einer Firma missfallen, dann kaufe ich nichts von denen. Manchmal ist das mühsam, aber es ist immer straffrei möglich. Wenn mir im Gegensatz dazu die Praktiken der Regierung nicht gefallen kann ich nicht einfach sagen, dass ich diverse ihrer Services nicht mehr in Anspruch nehmen möchte und daher weniger Steuern bezahlen will.

Wie soll also diese „Corporate Control“ aussehen? Ich denke, dass das wenn überhaupt nur dann möglich ist, wenn Regierung anwesend ist. Dann nämlich können Konzerne die reich genug sind Regierungen einfach kaufen, teilweise oder als ganzes, und über diesen Umweg sich dann Wettbewerbsvorteile erhaschen oder Menschen zum Handel mit ihnen zwingen. Wie bei den Simpsons, als Homer und Burns auf Kuba sind und die Duff-Bier-Werbung lautet: „Trink Duff, oder du bist tot!“

Written by tweev

2009-10-12 at 20:34

Veröffentlicht in Freiheit, Politik

Misik-Kritik 98

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Das ist natürlich nicht die 98. Kritik an Robert Misiks Videocasts. 98 bedeutet, dass hier der 98. seiner Videocasts gesenft wird, also mein Senf dazugeben wird.

In seinem von ihm vorgetragenen Text „Meine Revolution“ führt er sein eigenes Erleben des ereignisreichen Jahrs 1989 aus und versäumt es nicht die sozialistischen Diktaturen des östlichen Europas zu kritisieren. Zu Recht, keine Frage. Was mir allerdings inkonsistent erscheint ist, dass er in Folge 97 sich für den verpflichtenden Kindergarten ab dem 4. Lebensjahr aussprach, um etwaige Defizite in der deutschen Sprache auszugleichen. Das ist selbstverständlich nur gut gemeint und in seinen (und vielen anderen Augen) zum Besten der Betroffenen. Allerdings hat es doch einen gewissen Zwangscharakter, dass Eltern jetzt nochmal zwei Jahre weniger darüber entscheiden können, welche Institutionen ihre Kinder zu besuchen haben. Aber wie Herr Misik beruhigt, an diesen Zwangscharakter wird man sich schon gewöhnen.

Ist es nicht ironisch, dass die Partei(en) dieser Diktaturen auch nur das Beste im Sinn hatten, als sie es verboten auszureisen, oder zu demonstrieren? Damals brauchte man doch auch keine Panik zu haben und an den Zwangscharakter dieser Maßnahmen wird man sich doch schon gewöhnen, oder nicht? Macht es überhaupt einen Unterschied, ob man sich daran gewöhnt zu etwas gezwungen zu werden? Ich denke nicht. Es bleibt Unrecht, egal ob es sich um Kindergarten- oder Schulpflicht oder um Im-Inland-bleiben-Pflicht handelt.

Written by tweev

2009-10-11 at 22:07

Veröffentlicht in Freiheit, Politik