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Archive for the ‘Freiheit’ Category

Geistiges Eigentum

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Gerade auf heise.de gelesen: „Apple vs. Samsung: Gericht untersagt Galaxy-Tab-Verkauf in Europa“

Also Samsung klaut sich Designs von Apple? Einfach mal eine Google-Bilder-Suche mit diesen Begriffen „Apple Braun“ absetzen. Wenn hier jemand das Design von jemanden abkupfert, dann ist das wohl Apple!

Das ist wieder ein Grund mehr, nichts von Apple zu kaufen. Tragisch ist aber, dass Apple eigentlich dazu verpflichtet ist, solche Ellenbogentaktiken anzuwenden. Sie sind ihren Aktionären gegenüber schuldig, alles zu tun, um den eigenen Wert zu steigern. Natürlich senken solche Aktionen den Wert einer Firma für den durchschnittlichen Heise-Geek, aber auf lange Sicht entgehen Samsung Einnahmen, was den Preis für ihre Produkte hochtreibt und damit ein Vorteil für Apple ist.

Das Problem ist weniger, dass Konzerne nach dem Gesetz „Survival of the Fittest“ agieren, das lässt sich nicht ändern. Sondern dass die Umwelt in der sich diese Organismen der Spezies „Konzern“ wiederfinden, diese Taktiken belohnen, wenn nicht sogar überlebensnotwenig machen.

In diesem Fall nutzt Apple ihr „geistiges Eigentum“ aus, um mittels Staatsgewalt die Konkurrenz zu schwächen. Das ist für Apple, zumindest auf Kurze Sicht, vorteilhaft. Für sonst aber niemanden. Auch nicht für die Kunden, die von einem gewaltfreien Wettbewerb profitieren würden.

Wenn es etwas wie geistiges Eigentum etabliert wurde und ich beim besten Willen keinen Nutzen für mich und fünzig Menschen die ich kenne entdecken kann, ist es an der Zeit, es zu hinterfragen. Was ist also geistiges Eigentum? Ist das das selbe wie physisches Eigentum?

Eine gute Einführung und Erklärung, die mit dem Nichtaggressionsprinzip vereinbar ist, weil daraus abgeleitet, gibt Stephan Kinsella in Against Intellectual Property (PDF). Wer keine 70 Seiten lesen möchte, sein Vortrag von ihm zum gleichen Thema, ist ebenfalls sehr aufschlussreich.

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Written by tweev

2011-08-11 at 11:40

Veröffentlicht in Freiheit, Philosophie

Practical Anarchy

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Die letzten beiden Tage las ich das Buch Practical Anarchy von Stefan Molyneux, von dem ich vor ein paar Tagen schon berichtete. Im Gegensatz zu Everyday Anarchy, das ich zuvor las, gegen Ende aber nur noch überflog, ist Practical Anarchy, wie der Name vermuten lässt, praktischer und nicht so philosophisch, was mir sehr zusagte. Stefan beleuchtet einige der weit verbreitetsten Missverständnisse im Zusammenhang mit Staat und vom Staat bereitgestellten Dienstleistungen und zeigt auf, wie ein freier Markt immer eine bessere Lösung der Probleme hervorbringen würde. Dabei wird es aber nie unrealistisch, nie wird versprochen, dass alles gut wird und wir eines Tages im paradiesischen Utopia leben können.

Die Bücher gibt es in HTML, PDF, als Audiobook in MP3 und als Printausgabe. Alle bis auf die Printausgabe sind kostenlos zu beziehen.

Written by tweev

2010-07-22 at 19:00

Freedomain Radio

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Ich habe schon seit einiger Zeit nichts mehr gepostet. Der Hauptgrund war wohl, dass ich verhältnismäßig viel Stress hatte und mich auch die Muse auch nicht gepackt hat. Aber jetzt ist es wiedereinmal so weit. Vor einigen Wochen entdeckte ich eine wahre Goldgrube an Content erster Klasse, nämlich Freedomain Radio. Das ist eine Website, die von einem Anarchisten aus Kanada namens Stefan Molyneux betrieben wird. Stefan hat Geschichte und Philosophie studiert, hat aber trotzdem einen gutbezahlten Beruf gefunden und philosophiert bei der Autofahrt in die Arbeit über diverse Themen, meistens eben solche, die einen Anarchisten bewegen und interessieren, manchmal auch rein philosophische.

Mir persönlich geht es beim Zuhören so, dass ich viele gute Denkanstöße bekomme, die mein bisheriges Weltbild erweitern, teilweise erkenne ich mich wieder und selten, aber doch, bin ich anderer Meinung. Besser kann es gar nicht sein.

Zusätzlich zu den Podcasts, kann man auch einige Bücher herunterladen, die Stefan schrieb. Zu den Büchern gibt es auch von ihm vorgelesene Audiobooks, falls man sie lieber so in sich aufnimmt.

Bis jetzt bin ich extrem glücklich darüber, so eine Goldgrube gefunden zu haben, aus der man sich mit vollen Händen bedienen kann.

Written by tweev

2010-07-14 at 17:31

Klare Worte

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Der Artikel ist so und so gut. Das ist man vom Autor gewohnt. Dieser Kommentar hat es aber auch in sich:
http://ef-magazin.de/2010/01/21/1804-kooperation-mit-kriminellen-staat-und-sicherheit#c24454

Written by tweev

2010-01-21 at 22:25

Veröffentlicht in Freiheit, Politik

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Audimax-Besetzung

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Gestern war ich für ein paar Stunden im besetzten Audimax der Universität Wien um mir ein Bild von der dortigen Situation zu machen. Insgesamt kam mir die Veranstaltung doch sehr zivilisiert vor. Nicht sonderlich zugemüllt, keine besoffenen Menschen. Einfach nur viele Leute die im Audimax sitzen, sich Vorträge anhören, zustimmen oder oder nicht. Einmal war ein Mann mit Gitarre auf der Bühne und hat Lieder gespielt. Wahrscheinlich um die Moral zu stärken. Zwei Fotos habe ich auch gemacht. Leider ist die Qualität bescheiden, da mein Mobiltelefon nur eine sehr schlechte Kamera hat.

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Mit T-Shirts wie diesem machte man sich bei dieser Demonstration hauptsächlich Freunde.

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Mit einer der Ikonen des Kapitalismus, nämlich Starbucks Kaffee aber seltsamerweise anscheinend nicht wirklich Feinde. Kann man denn Kapitalismus wirklich abschaffen?

Dem was ich unter Kapitalismus verstehe kann man sich meiner Meinung nach nicht entziehen. Wenn man Menschen betrachtet, so fällt einem auf, dass die meisten im Allgemeinen möglichst viel Geld/Güter/Dienstleistung durch möglichst wenig Arbeit verdienen wollen. Das ist auch ganz natürlich, wenn man bedenkt, wieso wir hier sind. Wir leben nicht im Garten Eden, sondern wie jeder Organismus kämpfen auch wir ums Überleben. Es geht darum, Ressourcen optimal zu verwerten. Und Ressourcen sind in diesem Zusammenhang alles was uns am Leben hält. Jede Kalorie (bzw. jedes Joule) die wir über Nahrung zu uns nehmen ist schon Ressource und darf nicht verschwendet werden. Aus diesem Grund schmecken uns auch süße und fettige Sachen so gut. Man hat sehr viel Brennwert für wenig Arbeit. Wenn man sich entscheiden kann, ob man viel Anstrengung auf sich nimmt, um an die wertvollen Joule zu kommen, oder wenig Anstrengung, dann sind wir evolutionär drauf geprägt das zu tun, was weniger anstrengend ist. Wenn jemand mehr Anstrengung auf sich nimmt, dann kann er auch eine höhere Ausbeute an Brennwert erwarten. Oder anders ausgedrückt, das Verhältnis A/B (Anstrengung/Brennwert) ist immer dann attraktiver, wenn es gegen 0 geht. Im Kapitalismus kann man sowohl A als auch B variieren. Je mehr ich mich anstrenge, desto mehr Brennwert erhalte ich.1 Wann man nun versucht diesen Mechanismus auszuschalten, in dem man eine der beiden Variablen fixiert, dann findet man sich entweder als Sklave wieder, oder im Sozialismus. Ein Sklave hat ein fixiertes A, und B wird so gehalten, dass der Sklave gerade nicht stirbt. Das Verhältnis von A zu B wird also gewaltsam auf einem möglichst für den Sklaven schlechten Wert gehalten. Im Sozialismus hält man B konstant, was dazu führt, dass jeder wieder seinen angeborenen Regulator anwirft und versucht, A/B möglichst gegen 0 gehen zu lassen. Leider ist aber das einzige was zu variieren ist A und somit schraubt man dieses möglichst auf 0 herab. Und keiner kann einem einen Vorwurf machen, so sind wir nun mal, wir könnten nicht einmal anders sein. Dennoch ist sowohl in der Sklaverei wie auch im Sozialismus der vorhin beschriebene Mechanismus des Kapitalismus aktiv. Es gibt somit in meinen Augen also gar nichts anderes als Kapitalismus. Es gibt nur schlechten und guten. Der schlechte ist jeder, der irgendwie reguliert wird. Wo also A oder B versucht wird festzuhalten, oder gewisse Werte nicht zu unter- oder überschreiten. Der gute ist der, der nicht reguliert wird, wo jeder Mensch A und B nach eigenem Belieben frei wählen kann2.

Der Versuch Kapitalismus abzuschaffen ist somit immer mit Gewalt verbunden, da Menschen entgegen ihrer Natur handeln müssen. Mit welcher Gewalt Kapitalismus am effektivsten zu bekämpfen ist, ist wahrscheinlich jedem klar, totalitäre Regierung. Sowohl nationale (Nazis) als auch internationale (Kommis) Sozialisten bezeichnen sich als Feinde des Kapitalismus. Jede weniger totalitäre Regierung ist aber nur eine Abschwächung ihrer totalen Form, also auch ein Feind von Kapitalismus und somit Freiheit, nur eben nicht unbedingt Todfeind, sondern nur der nervige Arbeitskollege dem in den Kaffee gespuckt wird.

1: Allerdings nur auf mich selbst bezogen. Angenommen die einzige Qualität die einen Arbeitnehmer auszeichnet sei Körperkraft, dann werde ich bei gleicher Anstrengung immer weniger Brennwert verdienen, als ein stärkerer Konkurrent. Trotzdem erhalte ich mehr, wenn ich mehr mache und weniger, wenn ich weniger mache.
2: Natürlich kann man B nicht direkt frei wählen, sondern nur indem man A variiert. Trotzdem ist es aber nicht konstant.

Written by tweev

2009-10-25 at 15:23

Veröffentlicht in Aktuell, Freiheit, Politik

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Bildung ist ein Menschenrecht

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Heute habe ich ungefragt eine E-Mail von GRAS erhalten. In dieser E-Mail geht es darum, dass anscheinend einigen Studenten unrechtmäßig Studiengebühren verrechnet wurden. In Österreich ist die Situation zur Zeit zusammengefasst in etwa die: Wer in der Mindeststudienzeit ist bezahlt keine Studiengebühren, wer zu lange für das Studium braucht, bezahlt. Natürlich ist es nicht ganz so einfach, es gibt noch eine Reihe von Paragraphen und Klauseln, wann und wann nicht man Studiengebühren von etwa 360 Euro pro Semester zu bezahlen hat.

Natürlich sind die GRAS dafür zu loben, Studenten zu ihrem Recht zu verhelfen, allerdings ist in der besagten E-Mail eine Formulierung, die doch etwas seltsam erscheint:

Abgesehen davon, dass Bildung ein Menschenrecht ist und unserer Meinung nach für alle Menschen kostenlos sein sollte, ist es das Mindeste, dass die bestehenden Gesetze eingehalten und von den Universitäten korrekt vollzogen werden.

Kostenlos? Wie soll das gehen? Die Universitätsgebäude müssen im Winter auch geheizt werden, Professoren wollen ihr Gehalt und das Wasser in den Leitungen fällt auch nicht vom Himmel. Ok, das vielleicht schon, aber in dieser Form möchte ich es jedenfalls nicht trinken.

Was die GRAS eigentlich mit „kostenlos“ meint ist „von jemand anderem (meist unfreiwillig) bezahlt“. Es ist doch ganz einfach zu verstehen. Man muss sich nur merken: Nichts auf dieser Welt ist kostenlos.

In diesem kurzen Absatz versteckt sich aber noch eine logische Tücke, nämlich dass Bildung ein Menschenrecht ist. Warum das keinen Sinn macht, hat Marko Kloos in health care as a human right, part the 58th hervorragend beschrieben. Hier möchte ich nur einen Absatz aus seinem Artikel etwas modifiziert (hervorgehoben) zitieren:

A human right only requires that people leave you alone to exercise it, not that they work for you, whether you give them money for their work or not.

Freedom of speech is a human right. Freedom of association is a human right. Free exercise of religion is a human right. Free lectures and chalkboards aren’t.

Written by tweev

2009-10-14 at 10:27

Veröffentlicht in Freiheit, Uni

Regierung und Konzerne

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„Enjoy your government control!“ — „Enjoy your corporate control!“ So endete eine Diskussion in einem Online-Forum, welches ich häufig besuche. Es ging darum, welches das kleinere Übel sei, von einer Regierung kontrolliert zu werden, oder von übermächtigen Konzernen. Also was ist schlimmer, Big Bad Goverment (BBG) oder Big Bad Corporations (BBC)?

Das BBG schlimm ist, ist wahrscheinlich kaum der Rede wert. Schließlich ist es die Regierung, die die Bevölkerung zu etwas zwingen kann. Zum Beispiel Teile ihres Vermögens herzugeben oder für eine gewisse Zeitperioden gewisse Arbeiten verrichten zu müssen. Wer nicht nachgibt wird bestraft.

Aber wie kann ein Konzern groß und böse werden? Konzerne können einem auf die Nerven gehen, aber niemand zwingt einen mit ihnen Handel zu treiben. Wenn mir Praktiken einer Firma missfallen, dann kaufe ich nichts von denen. Manchmal ist das mühsam, aber es ist immer straffrei möglich. Wenn mir im Gegensatz dazu die Praktiken der Regierung nicht gefallen kann ich nicht einfach sagen, dass ich diverse ihrer Services nicht mehr in Anspruch nehmen möchte und daher weniger Steuern bezahlen will.

Wie soll also diese „Corporate Control“ aussehen? Ich denke, dass das wenn überhaupt nur dann möglich ist, wenn Regierung anwesend ist. Dann nämlich können Konzerne die reich genug sind Regierungen einfach kaufen, teilweise oder als ganzes, und über diesen Umweg sich dann Wettbewerbsvorteile erhaschen oder Menschen zum Handel mit ihnen zwingen. Wie bei den Simpsons, als Homer und Burns auf Kuba sind und die Duff-Bier-Werbung lautet: „Trink Duff, oder du bist tot!“

Written by tweev

2009-10-12 at 20:34

Veröffentlicht in Freiheit, Politik