tweev

« You’re at the end of the road again. »

Kommunismus ist wie Toyota

with 4 comments

Neueste Untersuchungen zeigen, dass Toyota beim Prius doch nicht so viel falsch gemacht hat. Aber damit wäre die folgende Parabel (oder Analogie? Ich hätte im Deutschunterricht besser aufpassen sollen) dahin. Deshalb, zum Wohle dieses Textes bleiben wir bei der Annahme, dass die Hybridautos von Toyota keine funktionierenden Bremsen haben.

Wenn Leute sagen, dass Kommunismus zwar in der Realität schreckliche Folgen hatte, denn die Gulags, Kriege, ethnischen Säuberungen und sonstigen Verbrechen kommunistischer Diktatur kann wohl keiner Gutheißen, aber in der Theorie ist er schon toll, dann könnte ich mich jedes Mal eine Stunde lang darüber auslassen, wie dumm diese Aussage ist. Der erste und wahrscheinlich offensichtlichere ist vielleicht mit diesem Beispiel deutlich zu machen:

Also, ein Toyota Prius ist schon toll. Der spart so viel Benzin und ist so umweltschonend. Das hat sich Toyota wirklich gut ausgedacht, ich bin ein wahrer Fan. Klar, in der Realität wickelt man sich innerhalb einer Woche um einen Baum, oder fährt mit Vollgas in eine Mauer, aber in der Theorie ist ein Prius schon gut. Ich finde, jeder sollte Prius fahren, denn theoretisch, wäre das super.

Ich meine, wen interessiert es, wie gut, oder besser, nett, die Theorie hinter etwas war, wenn die Anwendung dieser Theorie dazu führt, dass Millionen Menschen sterben, entweder weil sie gegen Mauern fahren, oder in Gulags umgebracht werden. Tatsächlich spricht das nicht gerade für eine Theorie, wenn sie so wenig Übereinstimmung mit der Realität hat. Damit wäre zum Beispiel auch die Theorie, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums steht, eine tolle Theorie. Sogar eine Bessere, als Kommunismus. Wäre das nicht toll? Im Mittelpunkt des Universums zu sein. Was für eine schöne Theorie. Leider komplett nutzlos, weil es überhaupt keine Entsprechung in der Realität hat und es viel bessere Theorien gibt. Insofern ist diese Theorie sogar besser als die des Kommunismus, weil sie wenigstens nicht Menschenleben gefährdet.

Der zweite Grund: Warum, um Himmels Willen, ist Kommunismus in der Theorie gut? Was bitte ist gut daran, eine Führungselite zu haben, die alles Eigentum auf einem Territorium so groß wie Nationen, für sich beansprucht, jedem normalen Bürger sein Eigentumsrecht aberkennt und das dann „gerecht“ nennt? Echt jetzt, im Kommunismus gibt es kein Eigentum? Falsch, das Eigentum liegt beim Staat, und da der in der Realität nicht existiert, sondern durch Politiker, Polizei, Militär und sonstige Organe Ausprägung findet, haben diese Personen das ganze Eigentum für sich beansprucht. Kommunismus heißt also, dass manche Menschen totales Eigentumsrecht haben, und die meisten, gar keines. Wow, das hört sich wirklich gerecht an, not. Kommunismus ist nicht in der Theorie gut und schon gar nicht in der Praxis. Wer sich zum Kommunismus bekennt, einen Kommunistenstern an der Jacke trägt, oder ein Che Guevara T-Shirt an hat, der könnte sich in meinen Augen ebenso zum Nationalsozialismus bekennen, mit Hakenkreuzanhänger um den Hals und Hitleremblem am Rucksack. Und dass 99% der Che Guevara T-Shirt-Träger Modeopfer sind und gar nicht wissen, was sie da am Körper haben und für was das steht, macht die Sache nicht besser, sondern zieht die Betroffenen zusätzlich auch noch ins Lächerliche.

So, genug geranted für heute.

Written by tweev

2010-07-14 um 18:14

Veröffentlicht in Facepalm, Politik

Tagged with , ,

4 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Erstens, keine Ahnung vom Kommunismus!
    Zweitens,….Syllogismus!

    tuisto

    2010-07-15 at 5:43

  2. Versteh mich nicht falsch, niemand hält den Kommunismus des 20. Jhdt. für eine prima Sache, aber die UdSSR und die DDR waren so weit vom kommunismus und Sozialismus entfernt das über die Tauglichkeit der Theorie keine Aussage getroffen werden kann! In einem Kommunismus liegt das Eigentum nicht beim Staat, und selbstverständlich gibt es das Recht auf Privatbesitz. Alles andere ist blanke Propaganda!
    Zweitens, halte ich deine Argumentation für einen klasischen Syllogismus, mag mich aber nicht streiten. Ansonsten, prima Artikel! Wünsch dir noch ’nen schönen Abend!

    tuisto

    2010-07-16 at 0:48

    • Also wenn ich das Manifest der Kommunistischen Partei lese, dann lese ich da Sachen wie

      1) „Das Proletariat wird seine politische Herrschaft dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktions-Instrumente in den Händen des Staats, d. h. des als herrschende Klasse organisirten Proletariats, zu centralisiren und die Masse der Produktionskräfte möglichst rasch zu vermehren.“

      Damit ist das Recht auf Eigentum von einem Fabriksbesitzer schonmal dahin, weil der ja zu den bösen Bourgeoisie gehört. Schön, wenn man Menschen einfach so in zwei Gruppen einteilen kann. In Arier und .. äh ich meine natürlich, Proletarier und Bourgeoisie.

      2) Es kann dies natürlich zunächst nur geschehn vermittelst despotischer Eingriffe in das Eigenthumsrecht und in die bürgerlichen Produktions-Verhältnisse, durch Maßregeln also, die ökonomisch unzureichend und unhaltbar erscheinen, die aber im Lauf der Bewegung über sich selbst hinaus treiben und als Mittel zur Umwälzung der ganzen Produktionsweise unvermeidlich sind.

      Genau, das hört sich nach einer in der Realität super durchsetzbaren Theorie an. Erstmal alles hergeben, und sich nicht Sorgen, das wird schon noch alles gut werden. Spätestens hier ist es vorbei mit Umsetzung der Theorie, die wie gesagt, deshalb schlecht ist und meiner Meinung nach vorher auch schon nicht gut war.

      3) „Abschaffung des Erbrechts.“

      Ich darf nicht mehr entscheiden, was mit meinem Eigentum nach meinem Tod passiert? Das ist sogar Eingriff ins Vertragsrecht, weil Erben nichts anderes ist, als zu sagen, eine Sekunde vor meinem Tod, schenke ich alles meinen Kindern.

      4) „Konfiskation des Eigenthums aller Emigranten und Rebellen.“

      Gehörst du dieser Gruppe an, hast du kein Recht auf Eigentum. Schön, dass „Rebellen“ ungefähr so gut definiert ist wie „Terrorist“.

      5) „Centralisation des Transportwesens in den Händen des Staats.“

      Was Herr Taxifahrer, Sie haben Ihr eigenes, kleines Ein-Mann-Taxiunternehmen und können ganz gut davon leben? Schluss damit! Ab jetzt gibt’s von Beamten ausgedachtes Gehalt! — Und schon verschwindet sein Eigentum.

      usw.

      Also bitte, dieses Argument, dass UdSSR und DDR nicht kommunistisch waren, ist wohl nicht zutreffend. Zum einen bekräftigt das nur mein Argument, dass spätestens nach obigem Punkt 2 Schluss mit „wahrem“ Kommunismus ist. Und zum anderen sieht man ganz deutlich, dass sie sich wirklich ganz gut daran gehalten haben.

      Tweev

      2010-07-16 at 8:57


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: