tweev

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Audimax-Besetzung

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Gestern war ich für ein paar Stunden im besetzten Audimax der Universität Wien um mir ein Bild von der dortigen Situation zu machen. Insgesamt kam mir die Veranstaltung doch sehr zivilisiert vor. Nicht sonderlich zugemüllt, keine besoffenen Menschen. Einfach nur viele Leute die im Audimax sitzen, sich Vorträge anhören, zustimmen oder oder nicht. Einmal war ein Mann mit Gitarre auf der Bühne und hat Lieder gespielt. Wahrscheinlich um die Moral zu stärken. Zwei Fotos habe ich auch gemacht. Leider ist die Qualität bescheiden, da mein Mobiltelefon nur eine sehr schlechte Kamera hat.

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Mit T-Shirts wie diesem machte man sich bei dieser Demonstration hauptsächlich Freunde.

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Mit einer der Ikonen des Kapitalismus, nämlich Starbucks Kaffee aber seltsamerweise anscheinend nicht wirklich Feinde. Kann man denn Kapitalismus wirklich abschaffen?

Dem was ich unter Kapitalismus verstehe kann man sich meiner Meinung nach nicht entziehen. Wenn man Menschen betrachtet, so fällt einem auf, dass die meisten im Allgemeinen möglichst viel Geld/Güter/Dienstleistung durch möglichst wenig Arbeit verdienen wollen. Das ist auch ganz natürlich, wenn man bedenkt, wieso wir hier sind. Wir leben nicht im Garten Eden, sondern wie jeder Organismus kämpfen auch wir ums Überleben. Es geht darum, Ressourcen optimal zu verwerten. Und Ressourcen sind in diesem Zusammenhang alles was uns am Leben hält. Jede Kalorie (bzw. jedes Joule) die wir über Nahrung zu uns nehmen ist schon Ressource und darf nicht verschwendet werden. Aus diesem Grund schmecken uns auch süße und fettige Sachen so gut. Man hat sehr viel Brennwert für wenig Arbeit. Wenn man sich entscheiden kann, ob man viel Anstrengung auf sich nimmt, um an die wertvollen Joule zu kommen, oder wenig Anstrengung, dann sind wir evolutionär drauf geprägt das zu tun, was weniger anstrengend ist. Wenn jemand mehr Anstrengung auf sich nimmt, dann kann er auch eine höhere Ausbeute an Brennwert erwarten. Oder anders ausgedrückt, das Verhältnis A/B (Anstrengung/Brennwert) ist immer dann attraktiver, wenn es gegen 0 geht. Im Kapitalismus kann man sowohl A als auch B variieren. Je mehr ich mich anstrenge, desto mehr Brennwert erhalte ich.1 Wann man nun versucht diesen Mechanismus auszuschalten, in dem man eine der beiden Variablen fixiert, dann findet man sich entweder als Sklave wieder, oder im Sozialismus. Ein Sklave hat ein fixiertes A, und B wird so gehalten, dass der Sklave gerade nicht stirbt. Das Verhältnis von A zu B wird also gewaltsam auf einem möglichst für den Sklaven schlechten Wert gehalten. Im Sozialismus hält man B konstant, was dazu führt, dass jeder wieder seinen angeborenen Regulator anwirft und versucht, A/B möglichst gegen 0 gehen zu lassen. Leider ist aber das einzige was zu variieren ist A und somit schraubt man dieses möglichst auf 0 herab. Und keiner kann einem einen Vorwurf machen, so sind wir nun mal, wir könnten nicht einmal anders sein. Dennoch ist sowohl in der Sklaverei wie auch im Sozialismus der vorhin beschriebene Mechanismus des Kapitalismus aktiv. Es gibt somit in meinen Augen also gar nichts anderes als Kapitalismus. Es gibt nur schlechten und guten. Der schlechte ist jeder, der irgendwie reguliert wird. Wo also A oder B versucht wird festzuhalten, oder gewisse Werte nicht zu unter- oder überschreiten. Der gute ist der, der nicht reguliert wird, wo jeder Mensch A und B nach eigenem Belieben frei wählen kann2.

Der Versuch Kapitalismus abzuschaffen ist somit immer mit Gewalt verbunden, da Menschen entgegen ihrer Natur handeln müssen. Mit welcher Gewalt Kapitalismus am effektivsten zu bekämpfen ist, ist wahrscheinlich jedem klar, totalitäre Regierung. Sowohl nationale (Nazis) als auch internationale (Kommis) Sozialisten bezeichnen sich als Feinde des Kapitalismus. Jede weniger totalitäre Regierung ist aber nur eine Abschwächung ihrer totalen Form, also auch ein Feind von Kapitalismus und somit Freiheit, nur eben nicht unbedingt Todfeind, sondern nur der nervige Arbeitskollege dem in den Kaffee gespuckt wird.

1: Allerdings nur auf mich selbst bezogen. Angenommen die einzige Qualität die einen Arbeitnehmer auszeichnet sei Körperkraft, dann werde ich bei gleicher Anstrengung immer weniger Brennwert verdienen, als ein stärkerer Konkurrent. Trotzdem erhalte ich mehr, wenn ich mehr mache und weniger, wenn ich weniger mache.
2: Natürlich kann man B nicht direkt frei wählen, sondern nur indem man A variiert. Trotzdem ist es aber nicht konstant.

Written by tweev

2009-10-25 um 15:23

Veröffentlicht in Aktuell, Freiheit, Politik

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