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Knochenmarkspende

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Heute erhielt ich einen Anruf meiner Mutter, dass man im Volksheim Blut abnehmen lassen kann, um die Spendetauglichkeit für Knochenmarkstransplantationen zu überprüfen. Der Anlass war die Leukämieerkrankung eines jungen Burschen der heuer in meiner alten Schule maturierte. Ich bin selbstverständlich sofort ins Volksheim gefahren und habe mir Blut abnehmen lassen. Die ganze Prozedur hat ungefähr 15 Minuten gedauert und war absolut schmerzfrei.

Was passiert dann? Laienhaft ausgedrückt wird anhand der Blutprobe Eigenschaften des Knochenmarks bestimmt um so eine Art genetischen Schlüssel daraus zu generieren. Wenn jemand eine Knochenmarkspende benötigt wird von dieser Person ebenfalls dieser Schlüssel generiert und in der Datenbank, in der ich nun stehe, nach einem Spender gesucht der passt.

Was passiert, wenn jemand mein Knochenmark benötigt? Dann habe ich gewonnen. Ich habe die große Ehre einem Menschen eine große Überlebenschance zu geben. Ansonsten passiert nicht viel. Vor der Spende wird man im Krankenhaus komplett durchgecheckt. Bei der Spende selbst werden aus dem Blut die benötigten Stoffe, die vorher durch Hormonbehandlung ins Blut über getreten sind, heraus gefiltert. In seltenen Ausnahmefällen ist das nicht möglich, dann muss das Knochenmark direkt aus dem Knochen entnommen werden. Auch das ist keine große Hexerei, man wird für 30 Minuten narkotisiert damit man sich nicht bewegt, nicht weil es so weh tut. Nach zwei Wochen ist das entnommene Knochenmark wieder vollständig nachgebildet.

ACHTUNG!!! Man soll es nicht glauben, aber viele Leute verwechseln Knochenmark mit Rückenmark. Hier wird nicht an der Wirbelsäule herumgepickst. Für den Spender besteht keine Gefahr gelähmt zu werden!

Mir wurde leider erst heute bewusst, dass man sich in diese Datenbank eintragen lassen und so möglicher Weise Leben retten kann. Bitte verschwende keine Zeit und mach das selbe! Es sterben Leute die leicht gerettet werden könnten! Bei dem Jungen um den es heute ging ist es so: Wird kein Spender gefunden, stirbt er zu 90%. Wird ein Spender gefunden, überlebt er zu 99%.

Übrigens: Diese Stammzellendatenbank ist Teil eines weltweiten Netzwerks. Dass moderne Computer- und Informationstechnologie, Medizin, Genetik und was noch alles für Wissenschaften geographische, kulturelle, sprachliche und sonstige Grenzen durchbrechen mit dem Ziel Menschen zu helfen treibt mir Tränen der Freude in die Augen.

Wer mitmachen will, kann auf http://www.stammzellspende.at/ gehen und dort auf „Anmeldung als Spender“ klicken bzw. hier klicken. Ich weiß nicht, wie es von dort aus weiter geht, ich denke aber, dass man dann eine Speichelprobe per Post versenden muss. Aber das wird sicher im Laufe der Anmeldung geklärt.

Links:

Written by tweev

2009-06-16 um 22:13

Veröffentlicht in Solidarität

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