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Der Plan, Microsoft zu zerstören

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Jeder der sich mit IT ein wenig beschäftigt, wird früher oder später über die Firma Microsoft (MS) aus Redmond stolpern. Die Geschäftspraktiken von MS waren und sind ständig an der Grenze zur Illegalität, oft wurde sie auch überschritten. MS musste zwar deshalb schon des öfteren Strafe zahlen, darunter auch so große Summen wie knapp unter 500 Millionen Euro, doch alles in allem macht die unsympathische Firma trotzdem Rekordgewinne. Zumindest mir kommt es so vor, als ob jede andere IT-Firma, egal ob klein, mittelständisch oder Global-Player, gut daran bedient wäre, wenn Microsoft Konkurs anmelden muss und ein für alle mal ihre Pforten schließt.

Der Plan scheint so simpel, dass die Vermutung, andere Firmen wollen doch nicht, dass MS pleite geht, zulässig ist. Hier kommt also der Plan: Große Firmen und alte Feinde von MS wie IBM, Sun, Redhat und HP gründen eine Tochterfirma, die könnte z.B. „Killerbee“ heißen, und attackieren mit dieser Firma eine Cash-Cow von MS nach der anderen. Man muss nämlich wissen, dass MS ein unglaublich verschwenderisches Geschäftsmodell verfolgt: Man startet mit einem Produkt, welches man durch geschickte/illegale marktwirtschaftliche Praktiken zum Verkaufsschlager macht. Mit dem Geld, das man dadurch verdient, erzeugt man wiederum ein Produkt, das man wieder so etabliert, jedoch hat dieses neue Produkt eine weitere Eigenschaft: Es ist so konzipiert, dass man, sobald man damit eine nicht zu vernachlässigend große Menge an Daten produziert hat, oder es so in den eigenen Arbeitsablauf integriert ist, nicht mehr auf ein anderes, gleichwertig gutes Produkt einer anderen Firma umsteigen kann, da nur die Produkte von MS mit den bereits produzierten Daten umgehen können bzw. sich nur Produkte von MS in die bereits aufgebaute Infrastruktur integrieren. Ab diesem Zeitpunkt ist das ganze ein Selbstrenner. Sobald die Kriegskassen leer werden, wird ein Upgrade angekündigt und der Support für die alten Produkte eingestellt. Die Kunden werden so gezwungen die neuen Produkte zu kaufen und wieder wird eine Cash-Cow gemolken. MS hat zwei dieser Cash-Cows: MS Windows, das Betriebssystem und MS Office, die Office Suite. Killerbee könnte viele Entwickler beschäftigen, die nichts anderes machen, als freie Software zu entwickeln, die dann konkurrenzfähig zu den MS Produkten werden. Als Codebasis für den Windows-Killer empfiehlt sich GNU/Linux. Hier müssten Verbesserungen im Bereich der Benutzerfreundlichkeit der grafischen Oberfläche geschehen. Außerdem müssen Kooperationen mit Hardwareherstellern erfolgen, offene Spezifikationen ihrer Hardware zu veröffentlichen und auf die Verwendung von proprietärer Firmware für den Betrieb ihrer Hardware zu verzichten. Eventuell hilft es auch, das Wine-Projekt zu unterstützen, um Windowsanwendungen auch unter GNU/Linux und Mac OS X verwenden zu können. Das kann in meinen Augen jedoch nur als Übergangslösung dienen. Besser ist es, die Programme auf die anderen Plattformen zu portieren. Das werden die Hersteller allerdings erst dann machen, wenn genügend Leute die Plattformen verwenden.

Die zweite Cash-Cow die zu attackieren ist, ist MS Office. Als Codebasis hierfür bietet sich OpenOffice an. Hier muss in meinen Augen ebenfalls viel an der Benutzerfreundlichkeit, der gefühlten Geschwindigkeit und vor allem, der Platformunabhängigkeit getan werden. Unter GNU/Linux mit X und Windows läuft OpenOffice zur Zeit. Unter Mac OS X nicht, bzw. nur wenn man X zusätzlich installiert und ausführt. An der Portierung auf Mac OS X mit Rücksicht auf eine möglichst nahtlose Integration in die Aqua-Oberfläche arbeitet zur Zeit nur ein einziger Entwickler. Dabei wäre meiner Meinung nach eine Office-Suite die unter GNU/Linux, Mac OS X und Windows gleichermaßen läuft, die selbe Version und Features hat und einfach untereinander komplett austauschbar ist, eine absolute Killerapplikation.

Noch einmal kurz zusammengefasst, was zu tun ist:

GNU/Linux

  • Eine konsistente Oberfläche, die noch benutzerfreundlicher ist. Hier bietet sich Gnome an.
  • Noch besserer Hardware-Support. Hardware-Herstellern nahe legen, Spezifikationen offen zu legen und keine proprietäre Firmware zu verlangen.
  • Vorallem HP sollte sich darum kümmern, GNU/Linux auf PCs vor zu installieren.

OpenOffice

  • Schnellere gefühlte Geschwindigkeit
  • Konsistenter Look and Feel unter jeder Plattform
  • Echte Plattformunabhägigkeit mit nahtloser Integration in den bestehenden Desktop.

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass die Kunden durch das neue System auch Aufklärung erhalten sollten, was Freiheit in Bezug auf Software bedeutet und warum sie darauf bestehen sollten. Auch das wird helfen, vor allem die Hardwareunterstützung von Linux, dem Kernel des GNU/Linux Betriebsystems, voranzubringen.

Written by tweev

2008-05-10 um 13:13

Veröffentlicht in Nerd Stuff, Software

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