Wenn politische Korrektheit schief geht

2008-06-07

Ich arbeite mich gerade durch ein Dokument, in dem Drogen und Drogensucht behandelt werden. Da es vom österreichischen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur herausgegeben wurde, muss der Text “gendergerecht” formuliert werden. Meines Erachtens nach, ist das Innen-Anhängen und der gleichen, dem Verständnis und dem Lesefluss absolut zum Nachteil gereicht. Manchmal ist es aber auch einfach nur noch peinlich, dann nämlich, wenn neutrale Wörter ge-gender’t werden, so wie hier:

Das Individuum raucht weiter obwohl sich bereits schwere körperliche Schäden eingestellt haben, von denen er/sie weiß, dass sie durch das Rauchen ausgelöst wurden.

ES weiß davon, DAS Individuum weiß davon. Nebenbei bemerkt ist es auch falsch zu schreiben “Der Mensch … er/sie …” oder “Die Person … er/sie …”. DER Mensch, DIE Person, DAS Individuum. Niemand wird bevor- oder nachteiligt, wenn man Wörtern ihre korrekten Artikel gibt.


[REC] - Film

2008-05-31

Gestern habe ich mir [REC] (wikipedia.org / Achtung: Spoiler!) im Kino angesehen. Jeder sollte sich diesen Film so schnell wie möglich ansehen. Obwohl, vielleicht lieber nicht jeder, sondern nur Menschen, die extreme Spannung und Horror aushalten.

Kurz zum Inhalt: Ein spanisches Fernsehteam, bestehend aus Reporterin und Kameramann, filmen für die Reportagereihe “Während Sie schlafen” den Alltag einer Feuerwehrmannschaft. Alles ist ein wenig langweilig, weil nichts passiert, bis schließlich ein Notruf eintrifft und die Feuerwehrleute zu einer Wohnungstüröffnung gerufen werden.

Im Wohnhaus angekommen treffen die zwei Feuerwehrleute die den Einsatz durchführen und das zweiköpfige Fernsehteam auf die aufgelösten Wohnhausmieter, die sich im Erdgeschoss im Flur befinden und zwei Polizisten, von denen sie gerufen wurden. Die Polizisten, die Feuerwehrmänner und das Fernsehteam gehen die Stiegen rauf zur Wohnung der vermeintlich in Gefahr befindlichen alten Frau. Als sie die Tür aufgebrochen haben und sich der Frau in der Wohnung nähern, die in blutverschmierten Gewand dasteht, wird ein Polizist von ihr angegriffen. Sie beißt ihm in den Hals und verletzt ihn schwer. Er wird von einem Feuerwehrmann und seinem Kollegen die Stiegen runtergetragen um ihn aus dem Haus und ins Krankenhaus zu bringen, doch die Tür ist versperrt. Offensichtlich hat die Polizei das Haus abgeriegelt, man kommt auf keinem Weg mehr heraus.

Auf Youtube kann man Trailer und Promovideos anschaun, die ein ungefähres Bild vom Film liefern:

  1. [REC] teaser trailer (english version) (youtube.com)
  2. [REC] Promo (youtube.com)

Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe, für den es sich mehr als lohnt, ins Kino zu gehen.


Piracy is Good?

2008-05-11

Piracy is Good?” ist ein interessanter, ca. 60 Minuten langer Vortrag von Mark Pesce, über das Potential, das “Hyperdistributing”, so nennt er das Verteilen von Inhalten über ein Netzwerk wie Bittorrent, für Produzenten und Werbetreibende hat, und wie diese Parteien das Potential verkennen, weil sie keine Werbestrategien dafür entwickeln. Wirklich sehenswert und selbst auch über Bittorrent zu beziehen.

In diesem Zusammenhang passt auch der Vortrag Copyright vs Community in the Age of Computer Networks von Richard Stallman hier her.

Pesce konzentriert sich eher auf die wirtschaftlichen und technsichen Aspekte von File-Sharing aus der Sicht der Produzenten und Werbetreibenden, während Stallman auf die idealistischen und ethischen Aspekte aus der Sicht der User eingeht.


Der Plan, Microsoft zu zerstören

2008-05-10

Jeder der sich mit IT ein wenig beschäftigt, wird früher oder später über die Firma Microsoft (MS) aus Redmond stolpern. Die Geschäftspraktiken von MS waren und sind ständig an der Grenze zur Illegalität, oft wurde sie auch überschritten. MS musste zwar deshalb schon des öfteren Strafe zahlen, darunter auch so große Summen wie knapp unter 500 Millionen Euro, doch alles in allem macht die unsympathische Firma trotzdem Rekordgewinne. Zumindest mir kommt es so vor, als ob jede andere IT-Firma, egal ob klein, mittelständisch oder Global-Player, gut daran bedient wäre, wenn Microsoft Konkurs anmelden muss und ein für alle mal ihre Pforten schließt.

Der Plan scheint so simpel, dass die Vermutung, andere Firmen wollen doch nicht, dass MS pleite geht, zulässig ist. Hier kommt also der Plan: Große Firmen und alte Feinde von MS wie IBM, Sun, Redhat und HP gründen eine Tochterfirma, die könnte z.B. “Killerbee” heißen, und attackieren mit dieser Firma eine Cash-Cow von MS nach der anderen. Man muss nämlich wissen, dass MS ein unglaublich verschwenderisches Geschäftsmodell verfolgt: Man startet mit einem Produkt, welches man durch geschickte/illegale marktwirtschaftliche Praktiken zum Verkaufsschlager macht. Mit dem Geld, das man dadurch verdient, erzeugt man wiederum ein Produkt, das man wieder so etabliert, jedoch hat dieses neue Produkt eine weitere Eigenschaft: Es ist so konzipiert, dass man, sobald man damit eine nicht zu vernachlässigend große Menge an Daten produziert hat, oder es so in den eigenen Arbeitsablauf integriert ist, nicht mehr auf ein anderes, gleichwertig gutes Produkt einer anderen Firma umsteigen kann, da nur die Produkte von MS mit den bereits produzierten Daten umgehen können bzw. sich nur Produkte von MS in die bereits aufgebaute Infrastruktur integrieren. Ab diesem Zeitpunkt ist das ganze ein Selbstrenner. Sobald die Kriegskassen leer werden, wird ein Upgrade angekündigt und der Support für die alten Produkte eingestellt. Die Kunden werden so gezwungen die neuen Produkte zu kaufen und wieder wird eine Cash-Cow gemolken. MS hat zwei dieser Cash-Cows: MS Windows, das Betriebssystem und MS Office, die Office Suite. Killerbee könnte viele Entwickler beschäftigen, die nichts anderes machen, als freie Software zu entwickeln, die dann konkurrenzfähig zu den MS Produkten werden. Als Codebasis für den Windows-Killer empfiehlt sich GNU/Linux. Hier müssten Verbesserungen im Bereich der Benutzerfreundlichkeit der grafischen Oberfläche geschehen. Außerdem müssen Kooperationen mit Hardwareherstellern erfolgen, offene Spezifikationen ihrer Hardware zu veröffentlichen und auf die Verwendung von proprietärer Firmware für den Betrieb ihrer Hardware zu verzichten. Eventuell hilft es auch, das Wine-Projekt zu unterstützen, um Windowsanwendungen auch unter GNU/Linux und Mac OS X verwenden zu können. Das kann in meinen Augen jedoch nur als Übergangslösung dienen. Besser ist es, die Programme auf die anderen Plattformen zu portieren. Das werden die Hersteller allerdings erst dann machen, wenn genügend Leute die Plattformen verwenden.

Die zweite Cash-Cow die zu attackieren ist, ist MS Office. Als Codebasis hierfür bietet sich OpenOffice an. Hier muss in meinen Augen ebenfalls viel an der Benutzerfreundlichkeit, der gefühlten Geschwindigkeit und vor allem, der Platformunabhängigkeit getan werden. Unter GNU/Linux mit X und Windows läuft OpenOffice zur Zeit. Unter Mac OS X nicht, bzw. nur wenn man X zusätzlich installiert und ausführt. An der Portierung auf Mac OS X mit Rücksicht auf eine möglichst nahtlose Integration in die Aqua-Oberfläche arbeitet zur Zeit nur ein einziger Entwickler. Dabei wäre meiner Meinung nach eine Office-Suite die unter GNU/Linux, Mac OS X und Windows gleichermaßen läuft, die selbe Version und Features hat und einfach untereinander komplett austauschbar ist, eine absolute Killerapplikation.

Noch einmal kurz zusammengefasst, was zu tun ist:

GNU/Linux

  • Eine konsistente Oberfläche, die noch benutzerfreundlicher ist. Hier bietet sich Gnome an.
  • Noch besserer Hardware-Support. Hardware-Herstellern nahe legen, Spezifikationen offen zu legen und keine proprietäre Firmware zu verlangen.
  • Vorallem HP sollte sich darum kümmern, GNU/Linux auf PCs vor zu installieren.

OpenOffice

  • Schnellere gefühlte Geschwindigkeit
  • Konsistenter Look and Feel unter jeder Plattform
  • Echte Plattformunabhägigkeit mit nahtloser Integration in den bestehenden Desktop.

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass die Kunden durch das neue System auch Aufklärung erhalten sollten, was Freiheit in Bezug auf Software bedeutet und warum sie darauf bestehen sollten. Auch das wird helfen, vor allem die Hardwareunterstützung von Linux, dem Kernel des GNU/Linux Betriebsystems, voranzubringen.


Künstler, die ich boykottiere

2008-04-29

Der offene Brief von rund 200 prominenten Künstlern und sonstigen Rechteinhabern an Fr. Merkel, mit der Bitte den bösen Raubkopierern einen Riegel vorzuschieben, macht es mir NOCH leichter, diverse Künstler, Labels, Verlage etc. zu boykottieren.

Die Liste der Künstler, von denen ich nicht einmal mehr geschenkt ein Werk entgegennehme, anhöre oder schaue, befindet sich am Ende dieses Dokuments.

Ein offener Brief, dem ich mich anschließe, kann hier heruntergeladen werden.


Urban Castle Magic

2008-03-18

Jamendo ist ja immer mal wieder für eine sehr positive Überraschung gut. Einige meiner Lieblingsalben habe ich dort gefunden und heruntergeladen und heute fand wieder eines den Weg auf meine Festplatte, welches ich hier kurz empfehlen möchte.

Es handelt sich um das Album Let it go! von der Band “Urban Castle Magic”. Der Stil ist angelehnt an Nirvana und Pearl Jam, obwohl von der Härte eher näher an Nirvana drann.

Runterladen kann man es bei Jamendo. Da auf der Jamendo-Seite nur so ein kleines Cover-Bild angeboten wird, kann man eines in größerer Auflösung hier herunterladen. Das ganz Album ist übrigens unter der CC Attribution-Noncommercial-Share Alike 2.5 Generic-Lizenz veröffentlicht.


Einfache Verschlüsselung unter MS Windows

2008-02-24

Installation von bcrypt

  1. Download von bcrypt:
  2. Ordner erstellen:
    Am Desktop einen Ordner namens bcrypt erstellen.
  3. bcrypt.exe und zlib.dll aus ZIP-Archiv extrahieren:
    • Zum heruntergeladenen ZIP-Archiv navigieren und daraufklicken, Rechtsklick auf bcrypt.exe machen und auf “kopieren” klicken. Danach den Ordner bcrypt am Desktop öffnen und durch Rechtsklick und Klick auf “einfügen” dort einfügen.
    • Das Selbe für die Datei zlib.dll, welche sich ebenfalls im ZIP-Archiv befindet, machen. bcrypt.exe und zlib.dll müssen beide im selben Ordner liegen.
  4. ZIP-Archiv löschen:
    Das ZIP-Archiv kann nun gelöscht werden.

Daten verschlüsseln

  1. Ordner bcrypt (am Desktop) öffnen und das Fenster ungefähr halb so groß wie den Bildschirm machen.
  2. In einem zweiten Fenster, das die andere Hälfte des Bildschirms bedeckt, zur Datei navigieren, die verschlüsselt werden soll
  3. Auf die Datei klicken, gedrückt halten und diese auf die Datei bcrypt.exe im bcrypt-Ordner ziehen. Es wird sich ein Fenster öffnen, in das man das gewünschte Passwort zweimal eingeben muss. Groß- und Kleinschreibung muss beachtet werden. Apfelbauhm und apfelBAum sind nicht die selben Wörter. ACHTUNG! Lass dir beim Eintippen nicht über die Schulter schauen, da das Passwort angezeigt und nicht wie sonst üblich durch Sterne ersetzt wird.
  4. Die verschlüsselte Datei bekommt die Dateiendung .bfe. Die unverschlüsselte Datei wird gelöscht. Wenn das nicht gewünscht wird, muss man sie vorher woanders hinkopieren und die obigen Schritte mit der Kopie durchführen.

Daten entschlüsseln

  1. Ordner bcrypt (am Desktop) öffnen und das Fenster ungefähr halb so groß wie den Bildschirm machen.
  2. In einem zweiten Fenster, das die andere Hälfte des Bildschirms bedeckt, zur Datei navigieren, die entschlüsselt werden soll
  3. Auf die Datei klicken, gedrückt halten und diese auf die Datei bcrypt.exe im bcrypt-Ordner ziehen. Es wird sich ein Fenster öffnen, in das man das Passwort eingeben muss. Groß- und Kleinschreibung muss beachtet werden. Apfelbauhm und apfelBAum sind nicht die selben Wörter. ACHTUNG! Lass dir beim Eintippen nicht über die Schulter schauen, da das Passwort angezeigt und nicht wie sonst üblich durch Sterne ersetzt wird.

Links

Bcrypt-Website: http://bcrypt.sourceforge.net/
Informationen zum verwendeten Verschlüsselungsalgorithmus: http://de.wikipedia.org/wiki/Blowfish
Alternative zu Bcrypt: Truecrypt


GPG für Windows-User

2008-02-18

Viele von uns schreiben täglich E-Mails. Diese werden über fremde Server geschickt und landen dann hoffentlich bei der richtigen Person, ohne, dass sie zuvor von einem Bösewicht abgefangen, gelesen und manipuliert werden. Oder wir bekommen E-Mails, lesen und beantworten sie und vertrauen darauf, dass der Absender, der uns angezeigt wird, der tatsächliche Absender ist. Das alles ist ungefähr so, wie nicht-unterzeichnete Briefe ohne Kuvert zu verschicken. Das würde doch auch kein Mensch machen, oder?

Aber was soll man tun?

Mit dem GNU Privacy Guard kann man dieses stille Hoffen aufgeben und auf kryptographische Algorithmen vertrauen. Leider wusste ich nie, wie man GPG auf MS Windows-Betriebssystemen einsetzt, aber heute habe ich dieses gutes How-To gefunden.

Gerade habe ich den Thunderbird-Teil nachvollzogen; zwei Links sind tot.
GnuPG ist hier und Enigmail ist hier herunterzuladen.

GNU/Linux- bzw. Unix-Usern kann ich KMail mit Kgpg empfehlen. Die Integration ist so trivial, dass es kein How-To verlangt.

Wer mir also eine E-Mail schicken will, bitte signieren und verschlüsseln. Mein GPG-Pub-Key ist 0×899579BD.


Psi und GMX

2008-01-27

Dieses Kurze HowTo soll zeigen, wie man Psi so konfiguriert, dass man einen GMX-Account als Jabber-ID mit ICQ-Transport verwenden kann.

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Pidgin und GMX

2008-01-27

Eine GMX-E-Mailadresse ist zusätzlich auch eine Jabber-ID. Man kann sie mit jedem XMPP-fähigem IM-Client verwenden. Diese Seite beschreibt, wie man Pidgin dafür konfigurieren muss. Außer Pidgin kann man auch zum Beispiel Psi verwenden.

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